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Jahreshauptversammlung bei den Freien Wählern FN

 

Vorstand einstimmig entlastet – Vorfreude auf den runden Geburtstag in 2018

 

Die Freie Wähler Vereinigung hat bei ihrer gut besuchten Jahreshauptversammlung nicht nur auf ein gutes Jahr zurückgeschaut, sondern darüber hinaus auch viele interessante Einblicke in die tägliche Arbeit der Flughafen Friedrichshafen GmbH bekommen. Außerdem freuen sich Vorsitzende Dr. Dagmar Hoehne und ihre Mitstreiter bereits auf den 70. Geburtstag des Vereins in 2018.

Nachdem Jürgen Beder, der seit 1984 über 30 Jahre am und für den Bodensee Airport gearbeitet hatte, die Freien Wähler mit einem Bus sogar über das Rollfeld kutschiert und ihnen das Tankprozedere oder das Kofferband sowie die Aufgaben der Flughafen-Feuerwehr erklärt hatte, gab Andreas Humer-Hager seinen Gästen aus der Häfler Kommunalpolitik im Konferenzraum ABC anhand einer Präsentation weitere Zahlen, Daten und Fakten an die Hand. So habe das Unternehmen den Passagiereinbruch nach der Insolvenz der Intersky durch die eingesprungene VLM relativ gut auffangen können, obwohl man den eigenen Erwartungen – was die Passagieranzahl angeht – etwas hinterherhinke, führte der Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation aus. Zum Abschluss des 30-minütigen Vortrags gab Humer-Hager den Zuhörern folgenden Ratschlag: „Wenn Sie denn fliegen, dann tun Sie das doch bitte von hier.“ Anschließend betonte Dr. Hoehne, dass die Freien Wähler ein gutes Jahr erlebt hätten, es in den kommenden Monaten noch einiges zu bewerkstelligen gebe und rief die versammelten Mitglieder zur aktiven Mitarbeit im Hinblick auf die im nächsten Jahr stattfindende OB-Wahl in Friedrichshafen auf. Und: In zwei Jahren feiert der Verein seinen 70. Geburtstag. Schatzmeister Jürgen Durski verkündete in seinem Bericht von einem zufriedenstellenden Plus auf dem Konto und wurde von den beiden Kassenprüfern Markus Hörmann und Marc Bühler für seine Arbeit entlastet. Auch der gesamte Vorstand wurde von den Mitgliedern entlastet und somit im Amt bestätigt. Zum Abschluss des Abends standen Fraktionsvorsitzender Eberhard Ortlieb und Stellvertreterin Dr. Dagmar Hoehne den Fragen und Anregungen der Versammlung offen gegenüber und versprachen, die Anliegen und Wünsche zu Verkehr, Bildung und Wirtschaft in die nächsten Ratssitzungen mitzunehmen.

Die Freien Wähler erkunden den Bodensee Airport

 

 

 

Rede Kindergartenbedarfsplan 2016/17

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Bürgermeister Köster, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

liebe Frau Holzhauer, zunächst geht der Dank der FW an sie für dieses wieder sehr sorgfältig und fachlich fundiert erstellte umfangreiche Werk, das letzte vor ihrem Mutterschutz, für den wir ihnen alles erdenklich Gute wünschen und viel Freude in der neuen Rolle!

 

Nun aber zum Plan selbst: zunächst mal zu einem sehr schönen und positiven Ergebnis dieses Papiers = junge Menschen haben offenbar wieder den Mut und die Zuversicht sich für Kinder zu entscheiden, was an der Zunahme der Kinderzahlen sichtbar ist! Sicherlich spielen da vielfältige Faktoren eine Rolle, aber ein Faktor ist sicherlich auch, dass sowohl Politik als auch Wirtschaft verstanden haben, dass die Schaffung von Rahmenbedingungen, die zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen einen wesentlichen Faktor darstellen! Insofern sehen wir FW auch die Einrichtung von Betriebskindergärten mit Freude, ebenso wie die Erweiterung der Trägerlandschaft und damit Vielfalt in der Stadt. Wir sehen es aber auch als Herausforderung, sowohl Angebot als auch Qualität des Angebotes auf die sicherlich gestiegenen Ansprüche der jungen Eltern abzustimmen und auch in der Stadt Friedrichshafen weiter an guten Rahmenbedingungen zu arbeiten.

 

Vielfalt im Angebot, sorgfältige Betrachtung der einzelnen Kindergartenbezirke und damit verbundene Überlegungen bezüglich zukünftiger Entwicklungen, Orientierung an den Bedarfen der Eltern und aufgreifen von Wünschen aus der Elternschaft prägen das vorliegende Papier, welches wir FW als Arbeitsgrundlage für das nächste Kindergartenjahr sehen und welches Jahr für Jahr an neue und evtl. auch überraschende Entwicklungen angepasst werden muss und wird. So eine „überraschende Herausforderung“ war und ist sicherlich die Integration und Begleitung der Flüchtlingsfamilien und ihren Kindern, weswegen der GR auf Antrag der FW entsprechend eine Stelle für diesen Bereich speziell genehmigt hat, auch dazu findet sich im Plan unter Punkt 5.4 der Hinweis auf die Einsatzmöglichkeiten vor Ort. Mit der geplanten Fortbildungsreihe zur interkulturellen Kompetenz und Traumapädagogik wird ein weiterer Baustein zur Bewältigung dieser sicherlich sehr herausfordernden Aufgabe erfolgen. Im Übrigen erlaube ich mir an dieser Stelle zu bemerken, dass auch Flüchtlingskinder zunächst „Kinder“ sind mit denselben Bedarfen wie alle Kinder dieser Welt: nämlich nach Bindung und Sicherheit und Verlässlichkeit und Kontakt mit Gleichaltrigen.

 

Den FW liegt die Qualität der Versorgung, insbesondere im Kleinkindbereich der unter 3jährigen besonders am Herzen. Eltern und Kinderkrippe legen hier gemeinsam eine Grundlage was Bindung, Impulssteuerung und Bildung angeht, als Basis für spätere Entwicklungen. Die Forschung in diesem Bereich zeigt, dass bei Verschlechterung der strukturellen Rahmenbedingungen, sprich mit zu knappen personellen Ressourcen erhebliche Risiken verbunden sind: die Kinder sind stärker gestresst, sie können sich schlechter konzentrieren und sich weniger aufeinander einlassen.  Also bedarf es aus unserer Sicht gerade in diesem Bereich der besonderen Aufmerksamkeit unserer zusätzlichen Bemühungen über das vom KVJS vorgegebene Maß hinaus. Insofern sehen wir im Herangehen an die Höchstgruppenstärke eine Gefahr und erwarten, dass durch Schaffung neuer Plätze wieder in absehbarer Zeit die Regelgruppenstärken erreicht werden können sowohl im U3 als auch Ü3 Bereich. Dazu gehört auch die von der Verwaltung angekündigte Schaffung eines Pools für Krankheiten und andere personelle Engpässe, den wir als FW für unabdingbar halten und so schnell wie möglich, sinnvollerweise trägerübergreifend verwirklicht wissen wollen. Wir denken, dass dies dazu beitragen kann, personelle Krisensituationen zu regeln und dadurch nicht zu weiteren Überbelastungen des verbliebenen Personals beizutragen, sowie zur Verlässlichkeit für die Eltern.

 

Das Fachpersonal ist für die pädagogische Arbeit da, sollte so weit als möglich von anderen Arbeiten entlastet werden. Dies war das Ansinnen von GR und Verwaltung zur Einsetzung hauswirtschaftlichen Personals zusätzlich. Nun zeigt gerade dieses Beispiel, wie individuell Kindergärten bezüglich ihrer Abläufe aufgestellt sind – das ist auch gut so. Nicht jeder anspruchsberechtigte Kindergarten konnte von dieser Regelung wirklich profitieren – was aber im Gegenzug nicht bedeutet, dass die Entscheidung falsch war! D.h. es gilt sehr eng mit Fachkräften, Trägern und Eltern Belastungen zu beobachten und gezielt darauf zu reagieren. Hierzu hat die von der Projektgruppe angeregte Befragung bereits interessante Ergebnisse geliefert. Dieser Weg sollte weiter in dieser Art beschritten werden im Sinne eines Lernenden Systems, welches sich immer wieder selbst in Frage stellt und sich einem kontinuierlichen Prozess zur Optimierung verschreibt.

 

Nun zum mehrheitlich im KSA gefassten Beschluss, die Leitungsfreistellung deutlich anzuheben, was Mehrkosten von ca einer halben Million € bedeuten würde. Wir FW waren diesem Punkt im KSA gegenüber kritisch eingestellt, nicht weil wir eine Verbesserung der personellen Versorgung ablehnen, sondern weil wir denken, dass zusätzlicher Personaleinsatz nicht wieder im Gießkannenprinzip über alle Kindergärten gegossen werden soll, sondern da zum Einsatz kommen soll, wo es wirklich notwendig ist. Wir sind der Ansicht, dass es Arbeit am Kind selbst sein sollte, daher großzügige Poollösung, FSJ oder BuFdi wo immer es geht, hauswirtschaftliche Kräfte wo sie eingesetzt werden können um zu entlasten, Herangehen an Höchstgruppenstärke nur im Ausnahmefall, evtl. sogar in Kleinkindgruppen eine Reduktion der Plätze, usw.

 

Insofern wünschen die FW bevor wir erneut eine halbe Million genehmigen – im Übrigen außerplanmäßig – Gespräche mit Gesamtelternbeirat, Trägergemeinschaft und Projektgruppe, Vorstellung der Wünsche und Bedarfe im KSA, um dann gezielt den Einsatz zusätzlicher Mittel beschließen zu können. Wenn sich dabei zeigt, dass es genau das ist, was gebraucht wird, um die Arbeit am Kind zu verbessern, sind wir weiteren Vorschlägen gegenüber absolut offen, da uns eine Verbesserung der Arbeit am Kind wichtig ist. Aus diesem Grund werden wir uns enthalten bzw. den Antrag ablehnen.

 

Wir erwarten in diesem Zusammenhang allerdings, dass, im zu schaffenden Pool für Krankheit und Schwangerschaft der Ersatz so rasch wie möglich erfolgt– und damit keine Wartezeit von 3 Monaten besteht– des Weiteren zusätzliche Poolstellen für außergewöhnliche Belastungen definiert werden, z.B. Integration von Flüchtlingskindern oder auch andere Belastungssituationen. Ziel ist hierbei, mehr Flexibilität zu ermöglichen und gezielt dort zu unterstützen, wo konkret Hilfe gebraucht wird. Wir sind uns darüber im Klaren, dass es politisch einfacher wäre, „Gutes“ zu tun durch den Beschluss einer Erhöhung der Leitungsfreistellung, wir sind aber nicht davon überzeugt, dass dies wirklich beim Kind ankommt und zu der Entlastung führt, die wir uns wünschen. Daher schlagen wir diesen sicherlich komplizierteren Weg ein.

 

Die Stadt FN nimmt ihre Aufgabe der Sorge um die jüngsten Mitbürger ernst, Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat einen hohen Stellenwert, die Integration der jungen Flüchtlinge ist als Aufgabe angekommen. Wie jedes Jahr hoffen wir auf Umsetzung unseres schon lange bestehenden Wunsches nach Neustrukturierung der heilpädagogischen Hilfen, die für die nächste KSA-Sitzung in Aussicht gestellt wird. Die Freiwilligkeitsleistungen sowohl der Stiftung als auch der Stadt verbessern das Grundangebot und bereichern es. Trotzdem ist es ein kontinuierlicher Prozess, der wohl nie zu Ende sein wird. Wir wünschen der Verwaltung dabei weiterhin ein offenes Ohr für die Bedarfe der Beteiligten und bitten als FW, weiterhin und evtl. verstärkt auch übers Jahr aus der Trägerkonferenz und dem Gesamtelternbeirat im KSA informiert zu werden.

 

Dr. Dagmar Hoehne

 

 

 

 

Freie Wähler

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