Geschichte

In der Gemeindeordnung von Baden-Württemberg heisst es unter anderem :

 

„Die verantwortliche Teilnahme an der bürgerschaftlichen Verwaltung der Gemeinde ist Recht und Pflicht des Bürgers“.

 

Daraus lässt sich schliessen, dass in Gemeinden die Parlamente nicht nur von Parteien gebildet werden dürfen, und dass jeder Bürger zur Mitarbeit bei der Selbstverwaltung aufgerufen ist. Im Grund schöpfen die Freien Wähler aus dieser Selbstverwaltungsgarantie ihre Daseinsberechtigung.

 

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Theodor Eschenburg sagte dazu:

 

„Die kommunalpolitischen Fragen lassen sich viel schwerer unter dem Aspekt parteipolitischer Programme erfassen und beurteilen als Probleme der Bundes- und Landespolitik. Es gibt keine christliche Strassenbeleuchtung und keine sozialistischen Bedürfnisanstalten. Es ist kein Zweifel, dass die Wählervereinigungen für die Gemeindevertretungen häufig qualifiziertere Vertreter präsentieren als die politischen Parteien.

 

Wer nicht weiss woher er kommt, weiss nicht wo er steht, und wer seinen Standort nicht kennt, der vermag keine Perspektiven zu entwickeln. Diese geschichtsphilosophische Weisheit gilt für das Leben des einzelnen Menschen ebenso wie für politische Gruppierungen.

In Friedrichshafen geht die Gründung der Freien Wähler auf das Jahr 1948 zurück.

 

Ein kleiner Kreis politisch interessierter Bürger bemühte sich mit der Gründung einer Freien Wählervereinigung ( FWV ) ein Gegengewicht zu den etablierten Parteien zu schaffen.

Am 1. September 1948 trat ein Gründungsausschuss mit BM i.R. Hans Schnitzler, BM i.R. Walter Bärlin, Dr. Franz Stütz, Hermann Schenk, Wilhelm Förstner, Fritz Günthör, Richard Müller, Louis Rostan, Hugo Schradin, Fritz Mangold, Carl Frohn, Oswald Müller, Eugen Röhm, Jo. Baptist Scherer und Willy Kaldenbach zusammen um einen Antrag an die französische Militärregierung, auf Zulassung der neuen Vereinigung zu stellen.

Der Einstieg in die Kommunalpolitik Friedrichshafens war dann bereits bei der Wahl zum Gemeinderat 1948 mit einem gewonnenen Stimmenanteil von über 25 % recht erfolgreich.

Den Freien Wählern war immer viel daran gelegen, für ihre Stadt eine für alle politischen Partner zuverlässige und berechenbare Sachpolitik zu machen.

 

Von 1948 bis 1977 stellten die Freien Wähler mit Dr. Max Grünbeck den Oberbürgermeister von Friedrichshafen. Seit 2001 sind wir mit Bürgermeister Peter Hauswald wieder in der Stadtspitze vertreten.

Gründungsmitglied und lange Jahre die FWV prägende Persönlichkeit, war Willy Kaldenbach. Er hatte 1949 den Fraktionsvorsitz von Dr. Stütz übernommen und diesen bis zu seinem Ausscheiden 1989 inne. Sein Mandat wurde in acht Wahlen immer wieder bestätigt. Auf Grund seiner Verdienste wurde er 1993 zum Ehrenvorsitzenden der FWV gewählt.

In der Fraktionsführung stand ihm viele Jahre lang Albert Brauchle als Stellvertreter zur Seite, er schied 1999 nach 37 Jahren aus dem Gemeinderat aus. Nachfolger Kaldenbachs in der Fraktionsführung wurde Karl Bäzner, der es auf 43 Dienstjahre im Gemeindeparlament brachte. Hans-Peter Kaldenbach löste 1999 Karl Bäzner in der Fraktionsführung ab. Brauchle und Bäzner wurden 1999 zu Ehrenmitgliedern der Freien Wähler ernannt.

Im Juni 2002 wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung , einer landes -einheitlichen Regelung folgend, der Name von FWV auf Freie Wähler geändert.

 

2006

31.12. Hans- Peter Kaldenbach legt sein Mandat im Gemeinderat aus persönlichen Gründen nieder.

 

 

2007

01. Januar: Als Nachrücker kommt Notar und Rechtsanwalt Bernhard Leins für die FW in den Gemeinderat. Neuer Fraktionsvorsitzender wurde Eberhard Ortlieb.

 

 

2008 Ehrungen anlässlich des Jubiläums 60 Jahre Freie Wähler

Für zehn Jahre Arbeit im Gemeinderat wurden Karin Kolterer und Hermann Kling geehrt. Weiter für 15 Jahre als Schatzmeister Ulrich Gussmann und Dr. Dagmar Hoehne für dieselbe Zeit als Mitglied des Kreistags. Für 20 Jahre Mitarbeit im Gemeinderat geehrt wurden Alfred Waibel und Erich Habisreuther, letzter auch noch für 20 Jahre im Kreistag. Für 30 jährige Mitwirkung im Gemeinderat wurde Fritz Rück und für 37 Jahre Führungsarbeit im Ortsverband sowie für 24 Jahre Mitglied im Regionalverband Ernst Haller, mit der Ehrenmedaille des Landeverbandes ausgezeichnet.

 

Hans-Peter Kaldenbach wurde eine besondere Ehrung zuteil. Für sein vielfältiges Wirken für die Freien Wähler, als Ortsverbandsvorsitzender und als Fraktionsvorsitzender im Häfler Gemeinderat wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

 

2009 Wahlen zum Gemeinderat und Kreistag

Die Freie Wähler wurden zweitstärkste Gruppe nach der Anzahl der abgegebenen Stimmen und der Mandate im Gemeinderat! Sie konnten ihren Stimmenanteil von (17,91% in 2004) auf sensationelle 23,38% steigern. Damit haben die Freien Wähler das beste Wahlergebnis seit 47 Jahren (1962 31,6 %) erreicht und damit zwei Sitze mehr errungen.(Vor 20 Jahren, 1989 wurden als zweithöchstes Ergebnis noch 22,9% erreicht) Gewählt wurden: Eberhard Ortlieb 11 371 Stimmen, Erich Habisreuther 8 419 Stimmen, Dr. Dagmar Hoehne 7 757 Stimmen, Markus Hörmann 6 813 Stimmen, Bernhard Leins 6 627 Stimmen, Florian Mayer 6 390 Stimmen, Achim Baumeister 6 352 Stimmen, Joachim Krüger 6 096 Stimmen, Bernd Ammann 6 031 Stimmen und Hannes Weber mit 6 001 Stimmen. Das Ergebnis für den Kreistag, gewählt wurden: BM Peter Hauswald 7 168 Stimmen, Dr. Dagmar Hoehne 6 122 Stimmen, Erich Habisreuther 5 840 Stimmen und Joachim Krüger mit 3 939 Stimmen. Damit haben die FW einen Sitz dazu gewonnen.

 

Fritz Rück und Rupert Diesch hatten nicht mehr kandidiert.

 

2009

Februar: Stadträtin Karin Kolterer verstirbt. An ihrer Stelle rückt im Gemeinderat Markus Hörmann nach.

 

2009

05. April: Andreas Brand, wird im zweiten Wahlgang mit fast 70 % der abgegebenen Stimmen zum neuen Oberbürgermeister von Friedrichshafen gewählt

 

27. April: Der Ortsverein der FW hält die Jahreshauptversammlung ab und wählt einen neuen Vorstand. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Leins, Hack und Gussmann stellen sich nicht mehr zur Wahl. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Dr. Dagmar Hoehne, Vorsitzende, Dr. Max Zollner, Stellvertreter, Jürgen Durski, Schatzmeister, Jaqueline Egger-Buck, Schriftführerin. Im Beirat sind vertreten: Eberhard Ortlieb, Peter Kaldenbach und Christiane Teets. Internetbeauftragter weiterhin Ernst Haller.

Freie Wähler

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